TG PFORZHEIM – FSG
22 : 30 (8 : 12)

Von Jochen Schreitmüller

Eine wahre Galavorstellung zeigte die FSG Donzdorf/Geislingen bei der TG Pforzheim und besiegte den schon feststehenden Aufsteiger nach allen Regeln der Handballkunst mit 30:22. Da allerdings vom zeitgleich stattfindenden Spiel des direkten Konkurrenten Heidelsheim bei Kappelwindeck kein Live-Ticker vorhanden war, wurde der grenzenlose Jubel der kompletten Mannschaft und der lautstarken Anhängerschar zwei Minuten nach Spielende jäh gestoppt. Vom ungläubigen Staunen bis zur totalen Enttäuschung („das geht doch gar nicht“) gab es alle Reaktionen, denn da kam die unglaubliche Nachricht, dass Heidelsheim beim Meister und ebenfalls Aufsteiger in die dritte Liga Kappelwindeck mit 27:29 gewonnen hatte. Damit beendet die FSG die Saison auf Platz 11, der in diesem Jahr die Relegation bedeutet.

Die FSG wusste um die entscheidende Bedeutung dieses Spiels und spielte ohne Respekt gegen die Pforzheimerinnen, die unbedingt noch neben dem Aufstieg auch die Meisterschaft feiern wollten. Prunkstück war einmal mehr die von Trainer Hans-Jürgen Beutel glänzend eingestellte Abwehr. Auf den Halbpositionen waren es Silke Lutz und Jacqueline Kube und in die Mitte Anja Heidinger und Marilena Costanzo, die ein fast unüberwindliches Abwehrbollwerk bildeten. Der Beleg dafür waren lediglich drei Tore, die Pforzheim bis zur 15. Minute erzielte. Allerdings versäumte es Donzdorf/Geislingen in dieser Phase schon einen klaren Vorsprung herauszuwerfen, denn fünf Hundertprozentige fanden nicht den Weg ins Ziel. So stand es nach einem Viertel 3:5, ehe die Gastgeberinnen zwei Nachlässigkeiten der FSG sogar zum 5:5 Ausgleich nutzten. Danach drückte aber die FSG wieder dem Spiel den Stempel auf. Traumhaft sichere Kombinationen, kompromisslos von Anja Heidinger und Silke Lutz abgeschlossen, brachten zehn Minuten später einen 5:10 Vorsprung. Pforzheim erhöhte den Tordruck und versuchte vor allem über Kreisanspiele zum Erfolg zu gelangen und erzielte drei Tore zum 8:12 Pausenstand.

Wer die berüchtigten Minuten nach der Pause befürchtete, wurde nach dem Wechsel sofort eines Besseren belehrt, denn genauso konzentriert wie vor der Pause ging es weiter. Gegen die immer noch gut gestaffelte Deckung war so gut wie kein Durchkommen möglich, und wenn dann gab Sabine Trzaska der Abwehr den entscheidenden Rückhalt. Allerdings profitierte die FSG in dieser Phase auch vom verletzungsbedingten Fehlen der beiden Rückraumasse von Pforzheim. Und als es in der 47. Minute 14:21 stand, schien die Sensation möglich. Zwei Zeitstrafen gegen Pforzheim nahmen danach etwas Druck von der Abwehr, obwohl Pforzheim danach mit der sechsten Feldspielerin agierte. Aber als acht Minuten vor Spielende Sabine Trzaska und Miriam Sperr zwei Strafwürfe parierten und Anna Klotzbücher sich im Gegenzug glänzend durchsetzte war beim 15:24 das Spiel gelaufen. Die Gastgeberinnen versuchten mit der síebten Feldspielerinnen und einer offenen Manndeckung doch noch zum Meistertitel zu greifen, aber Sabrina Clement, die torgefährlichste Angreiferin Anja Heidinger und Anna Klotzbücher machten den Deckel voll zu und ließen die FSG beim 22:30 überschwänglich jubeln. Dem Jubel folgte aber zwei Minuten später das Entsetzen, als die Nachricht von Kappelwindeck folgte.

Damit muss die FSG Ende Mai in zwei Relegationsspielen gegen einen noch zu ermittelnden Gegner aus Nord-, Südbaden oder Württemberg nachsitzen und sich behaupten. Für alle Beteiligten wird dies ganz problematisch, da beide Termine in den Pfingstferien liegen. Zu allem Unglück haben die meisten Spielerinnen ihre Urlaube in dieser Zeit bereits gebucht  und mindestens zwei werden trotz aller Anstrengungen deshalb nicht in der Lage sein an der Relegation teilzunehmen.

FSG: Trzaska, Sperr; Sedlaczek, Heidinger 15/6, Klotzbücher 4, Kube 3, Clement 2, Costanzo, Seele 1, Schreitmüller, Hendlmeier, Härringer 1, Lutz 4

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